10 Fakten zum Thema Rückenschmerz (Teil 1)

Sehr viele Menschen haben Probleme mit Rückenschmerzen. Da dieses Thema für so viele von uns bedeutsam ist, möchten wir Euch gerne 10 Fakten zu diesem Thema präsentieren.

Die Informationen basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wir hoffen, dass Ihr diese Fakten informativ und interessant findet!

Wir unterteilen die Darstellung der 10 Fakten in 2 Teile. Hier die ersten 5 Fakten.

 

  1. Rückenschmerzen sind üblich

Rückenschmerzen sind in Deutschland und auch in anderen Industriestaaten ein sehr häufiges Gesundheitsproblem. Etwa 85% der erwachsenen Bevölkerung hatte in ihrem Leben schon einmal Episoden mit Rückenschmerzen. Innerhalb eines Jahres bekommen sogar 76% der erwachsenen Deutschen mindestens einmal Rückenschmerzen. Man muss diesen Umstand nicht gutheißen, es zeigt nur, dass es nicht ungewöhnlich ist, wenn es uns manchmal trifft.
Die Prognose von akuten Rückenschmerzen ist gut. In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden innerhalb weniger Wochen. Sollte dies nicht der Fall sein oder die Rückenschmerzen kommen immer wieder, macht es Sinn sich physiotherapeutischen oder ärztlichen Rat einzuholen.

  1. Das Hohlkreuz ist nicht schädlich

Es gibt die weitverbreitete Meinung, dass das sogenannte „Hohlkreuz“ eine häufige Ursache für Rückenschmerzen sei. Es konnte bis jetzt jedoch in keiner Studie festgestellt werden, dass die Krümmung der Lendenwirbelsäule tatsächlich irgendeinen Einfluss auf die Entstehung von Rückenschmerzen hat.

  1. Die perfekte Haltung gibt es möglicherweise nicht

Entgegen vieler Behauptungen, hat sich keine spezifische, statische Sitzhaltung als ereignet erwiesen um Rückenschmerzen zu vermeiden. Das Dogma der alten Rückenschule, dass eine permanente aufrechte Position ideal für die Wirbelsäule sei, gehört der Vergangenheit an.
Die Konstruktion unserer Wirbelsäule ist ideal um zu bewegen. Es gibt keine statische Position die perfekt ist. Somit scheint die Variabilität der Haltung der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Man sollte im Alltag die Haltung häufig variieren und längere Sitzperioden immer wieder durch Bewegung unterbrechen.

  1. Verschleiß der Wirbelsäule ist normal

Verschleißerscheinungen (Degeneration) an der Wirbelsäule sind eine natürlich Folge des Alterungsprozesses und so normal wie graue Haare. Das wird eventuell im ersten Moment verwundern.

Aber eine Studie an Probanden, die keine Vorgeschichte mit Rückenschmerzen hatten, zeigte folgendes:

Von den 40 – 49 jährigen Probanden hatten:
31% Vorwölbungen (Protrusionen) der Bandscheiben
68% Verschleiß an den Bandscheiben
18% Verschleiß an den kleinen Wirbelgelenken

Von den 60 – 69 jährigen Probanden hatten:
38% Vorwölbungen der Bandscheibe
88% Verschleiß an den Bandscheiben
50% Verschleiß an den kleinen Wirbelgelenken

Die Studie zeigt, dass Bandscheibenverletzungen oder degenerative Veränderungen nicht schmerzhaft sein müssen. Bei diesen Probanden waren diese Veränderungen vermutlich die Folge des natürlichen Alterungsprozesses oder genetischen Faktoren, da sie zu keinen Beschwerden führten.

  1. Bildgebene Verfahren (Röntgen, CT, MRT) sind häufig nicht nötig

Da viele Veränderungen an der Wirbelsäule völlig normal sind, stellt sich für die Diagnostik folgende Frage: Wenn bei Personen mit Rückenschmerzen durch Röntgen-, CT- oder MRT-Aufnahmen Veränderungen an der Wirbelsäule festgestellt werden, stehen diese Auffälligkeiten wirklich im Zusammenhang mit den Beschwerden der Betreffenden?

Bildgebene Verfahren sind sehr wichtig, um ernsthafte Ursachen (Knochenbrüche, Tumore,…) für Rückenschmerzen auszuschließen. Jedoch trifft dies glücklicherweise in nur 2% der Fälle zu, in 98% der Fälle haben Rückenschmerzen keine ernsthafte Ursache. Somit ist zu überlegen, ob es wirklich notwendig ist, dass bei der Mehrheit von Personen mit Rückenschmerz Röntgen-, CT- oder MRT- Aufnahmen durchgeführt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*